Neulich auf der Panic Station

Eine Spielgeschichte auf wahren Begebenheiten (von N.G.)

Es war einer jener Einsätze, die ich so liebte. Ein angeblich simpler Auftrag. Wie geschaffen für einen Einsatztrupp wie unseren…… jaja…blaablaablaaa……

Wie die Hühner auf der Stange saßen wir an Bord des kleinen Transportschiffes das uns zu unserem Ziel bringen sollte. Zunächst war da natürlich Colonel Jameson, der Anführer unserer Truppe und wohl der einzige, der von vornherein wusste, was auf uns zu kommen würde. Neben ihm saß Sergeant Irons, Computergenie und Kommunikationsoffizier – für mich ein völlig unbeschriebenes Blatt. Unauffällig, nervös, langweilig. Dann kam Major Kowalsky. Ein Mann wie ein Schrank. Das erste, woran ich mich bei ihm erinnere, ist, dass er auf dem ganzen Flug an seinem Flammenwerfer rumgefummelt hat, als könne er es nicht erwarten, das Ding endlich ausprobieren zu dürfen. Das Ganze gepaart mit dem Grinsen eines Kindes welches anstelle seiner normalen Spielzeugpistole eine geladene Uzi mit zu seinen Freunden genommen hat. Ich machte mir eine geistige Notiz nicht vor ihm zu stehen, wenn er auf die Idee kam, sein Spielzeug zu benutzen. Tja, und dann war da noch ich. Gestatten: Corporal Brown – mehr müsst ihr nicht wissen.

Nun aber zurück zum Wesentlichen. Das Transportschiff brachte uns zu einer Station irgendwo im nirgendwo des Septim Clusters – einer jämmerlichen Region unserer Galaxie, in die niemand der noch klar bei Verstand war, freiwillig hinein flog. Nur diese dämlichen Forscher, die unbedingt ihre Station dort aufbauen mussten, um dann fest zu stellen, dass es dort nichts erforschenswertes gab und wieder zu verschwinden. Zumindest war das die offizielle Version. Und genau so offiziell sollten wir ja auch nur auf der Station nach dem rechten sehen und prüfen, ob sie sich noch zu anderen Zwecken verwenden ließe… mit Schweren Flammenwerfern… und Kampfdroiden… alles klar?

Wir kamen also auf der Station an und kaum hatten wir uns in der Reaktorkammer eingerichtet, fing die Kacke auch schon an zu dampfen. Nicht nur, dass uns unser werter Colonel erst jetzt unsere eigentlichen Auftrag – suchen und zerstören eines Aliennests – offenbarte, nein eben jene Aliens hatten wohl auch noch etwas dagegen, dass wir unserer Aufgabe nachkamen. Oh Wunder!
Sie überfielen uns, kaum dass unser Schiff abgeflogen war, um in sicherer Distanz auf unser Signal zu warten.
Nur mit Glück gelang es uns mit dem Leben davon zu kommen. Und so lag am Ende, als wir unsere letzten Schüsse verballert hatten ein ganzer Haufen dieser ekelhaften Parasiten tot zu unseren Füßen. Was allerdings nicht mehr da lag war unsere Ausrüstung, die sie irgendwann während des Kampfes fortgeschleppt haben mussten – da hatten wir nun den Salat.
Wie sollten wir dieses verdammte Nest abfackeln, wenn wir zwar die Flammenwerfer auf unseren Rücken trugen, aber kein Benzin mehr hatten um sie zu benutzen? Letztendlich blieb uns also nichts anderes übrig, als uns aufzuteilen und nach unserem Zeug zu suchen. Bei so vielen toten Parasiten um uns herum konnten ja wohl nicht mehr viele übrig sein… sagte zumindest der Colonel.

Die Stunden vergingen und ich durchsuchte einen Raum nach dem anderen. In manchen Räumen war der Strom ausgefallen, und nur das dämmrige Licht meiner Taschenlampe sorgte dafür, dass ich in den Laboren und Vorratslagern überhaupt etwas erkennen konnte. Und als wäre dass noch nicht genug, begann ich bald darauf diese Geräusche zu hören.
Es klang so, als würde sich hinter den Wänden etwas bewegen. Ich funkte den Colonel an, aber er meinte nur ich soll mir nicht ins Hemd machen und weiter suchen. Ich hatte den Kerl da schon so richtig lieb gewonnen, aber was will man machen. Ich suchte also weiter und fand auch irgendwann ein paar unserer Benzinkanister.

Zwischendurch hatte ich noch das Vergnügen, ein paar dieser Parasiten über den Weg zu laufen, die aber zum Glück nicht besonders Intelligent zu sein schienen.
Mehr als ein paar Kratzer holte ich mir nicht bevor die Biester ihre Verfolgung aufgaben.
Ja, ich bin weg gelaufen. Was dagegen? Was würdet ihr denn machen, allein in einer gottverlassenen Station, mit einem leeren Flammenwerfer und einem Kampfdroiden, der keine Munition mehr hat? Zum Glück sollte sich das bald Ändern.
In ein paar Vorratsräumen fand ich einen Teil unserer Medikits, Munition und eine Schutzweste, die ich sofort anlegte. Sollen diese Mistviecher doch jetzt nochmal kommen und versuchen mich an zu knabbern – so wuchs mein Mut wieder ein wenig während meine Vorsicht schrumpfte. Dummer Fehler.
Wir hielten Funkstille, der Colonel wollte es so, und ich hatte dementsprechend keine Ahnung, wo die Anderen waren, als ich eine weitere Tür öffnete und unmittelbar vor einem mannshohen Schatten stand. Nur meine Reflexe bewahrten mich davor von dem Benzinkanister erschlagen zu werden, mit dem Kowalsky zu schlug. Ich riss meinen eigenen Kanister gerade noch rechtzeitig hoch und so zerriss ein lautes „KLONG!“ die Stille der Station.
Einen Moment guckten wir uns verdutzt an und brachen schließlich in schallendes Gelächter aus, als dann überraschend unsere Funkgeräte zu knarzen begannen. „Ähm Leute!“ erklang Irons Stimme. „Da ist etwas was ihr wissen solltet!“ „Was ist den los Irons!“ herrschte die Stimme des Colonels ihn an. „Ich hatte Funkstille befohlen!“
„Ja Sir!“ antwortete Irons hörbar verunsichert. „Aber ich habe gerade eines der Terminals in Gang bekommen und einen Bioscan auf der Station gemacht.“ „Und?“ verlangte der Colonel zu wissen. „Naja, Sir auf der gesamten Station gibt es genau drei menschliche Lebenszeichen und eines, was definitiv alles mögliche ist, aber eben kein Mensch. So etwas hab ich noch nie gesehen!“

Diese Neuigkeiten schlugen bei Kowalsky wohl genau so ein wie bei mir. Sofort zog er ein Kampfmesser.. und was machte ich? Euer Held nahm mal wieder die Beine in die Hand und suchte das Weite.
Ich sagte doch, ich war etwas unvorsichtig. Mein Kampfdroide war irgendwo in den Korridoren der Station hinter mir und erkundete im Automatikmodus weitere Räume. Der Flammenwerfer auf meinem Rücken wäre zwar wohl auch eine effektive Waffe gewesen, aber betankt ihr mal so ein Ding, zündet die Zündflamme an und richtet es aus, während euer gegenüber euch mit einem Messer traktiert. Taktischer Rückzug war da eher das Mittel der Wahl. Als Kowalsky und ich uns das nächste mal über den Weg liefen, sah die Sache nämlich schon anders aus.

Ich durchsuchte ein Regal in einem weiteren Labor, mein Droide war immer noch irgendwo verschollen, als die Tür auf ging und Kowalsky eintrat.
„Keinen Schritt weiter!“ blaffte er mich an, das Kampfmesser in der Hand bereit. „Herrgott, ich bin unbewaffnet!“ schrie ich ihm entgegen und zeigte ihm meine leeren Hände. „Was soll ich dir denn antun? Dich tot tanzen?“
Einen Moment blickte er mich verdutzt an, doch dann schien sein Ehrenkodex, oder was immer diesen Berg auch bewegte, sich zu melden. Er griff hinter sich, zog ein weiteres Messer aus seinem Gürtel und schob es quer durch den Raum zu mir herüber. „Ich kenne nur einen Weg um heraus zu finden, ob du ein Mensch bist!“ sagte er grimmig. „Aber ich werde keinen unbewaffneten töten!“ Ehrenkodex! Hab ich´s nicht gesagt? Aber der würde mich nicht retten. Stattdessen hatte ich eine andere Idee.
In einer Kiste hatte ich einen Körperscanner gefunden. Ich hatte zwar eigentlich damit gerechnet, dass ich mich selbst damit davon überzeugen konnte, wer nun ein Alien war und wer nicht, aber warum sollte es nicht andersrum gehen. So wie Kowalsky sich gerade verhielt konnte er entweder sehr gut blöffen oder er war genau so ein armes Schwein wie ich.
„Ich weiß da noch was!“ rief ich ihm zu und schob den Scanner rüber. Zögernd nahm er ihn auf und führte einen Scann an mir durch. Eine weitere lange Minute blickte er mich zweifelnd an, dann steckte er sein Messer weg. „Ok. Du bist sauber.“ Das war es. Keine Entschuldigung. Warum denn auch.. „KLONG!“ Erscholl auf einmal das uns wohl bekannte Krachen eines Benzinkanisters gefolgt von Irons fluchender Stimme.
„Hast du dir so gedacht! Du Schwein!“

Kowalsky und ich guckten uns an. „Ich glaube ich weiß wer das Alien ist!“ sagte er grinsend. „Ich hab ihn nie gemocht!“ erwiederte ich und griff nach meinem Funkgerät. „Irons, bist du in Ordnung?“
„Ja, aber der Kerl ist verschwunden!“
„Gut, kannst du nochmal einen Scann durchführen und mir das Ergebnis ins Labor….“ ich suchte nach einer Bezeichnung und fand sie…„X17 rüber spielen? Nicht, dass ich dir nicht vertrauen würde, aber du verstehst das sicher.“ Außer einem frustriert klingendem Grunzen kam keine Antwort. Doch gerade als Kowalsky und ich uns ein paar lange Minuten später aufmachen wollten, um auf eigene Faust das Nest zu suchen, leuchtete einer der Monitore auf und zeigte das Ergebnis eines Bioscans:

„….3 Menschliche Lebenszeichen gefunden…..eine unidentifizierbare Lebensform….“

Soviel dazu.
Von hier ab lief dann endlich mal wieder alles so, wie das Getriebe einer gut geölten Maschine laufen sollte. Ich fand meinen Droiden wieder und konnte ihn auch gleich sehr gut dazu verwenden den Blechernen Partner unseres werten Colonels zu zerlegen.
Gerade zerstob das Ding in einem sprühenden Funkenregen, als erneut das Funkgerät knackte und Kowalsky uns voller Freude mitteilte, dass er das Nest gefunden hatte.
„Und?“ fragte er mit vor Vorfreude triefender Stimme. „Wollt ihr bei der Party dabei sein? Wird sicher eine heißes Fest!“ Mehr als über diesen Typen noch einmal den Kopf schütteln konnte ich nicht.
„Bring es hinter dich und dann lass uns hier verschwinden.“ Schimpfte ich in mein Mikrofon. „Treffen in der Reaktorkammer in T minus 10 Minuten! Und dann Abflug.“
Als Antwort ertönte nur das Rauschen des Flammenwerfers untermalt vom zischenden Brutzeln verbrennender Alienteile und Kowalskys begeistert manischem Lachen.
Wenig später waren wir dann auch schon in der Reaktorkammer, funkten unser Transportschiff an und ließen uns abholen.
Vom Colonel hörten wir nie wieder.
Der Rest ist Geschichte….

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