Fast Forward von 2F – schnell auf dem Tisch, noch schneller zurück im Regal?

Unter dieser Fragestellung versuche ich heute ein wenig die 3 Fast Forward Spiele von Friedemann Friese zu beleuchten. Zu beginn kann man gleich mal sagen, dass die drei Spiele im Großen und Ganzen einfach denkbar unterschiedlich sind und sich nur schwerlich vergleichen lassen.
Fast wäre mir ein eklatanter Fehler beim Kauf unterlaufen. Ja anders lässt es sich einfach nicht ausdrücken. Ich wollte als erstes der Spiele Festung kaufen. Glücklicherweise habe ich doch alle drei Spiele gleichzeitig erworben, denn sonst könnte ich diesen Artikel nicht über alle drei Spiele schreiben. 
Ihr fragt euch warum?
Die Begründung ist denkbar einfach, denn Festung hat einfach in keiner Runde, mit keiner Spielerzahl, also egal ob 2,3 oder 4 Spieler so richtig gezündet. Aber dazu später mehr.
Ich möchte in der Reihenfolge vorgehen in der ich die Spiele auch gespielt habe. In steigendem Schwierigkeitsgrad also Furcht, Festung und dann Flucht.

Furcht wurde uns angepriesen als kleines Kartenspiel für zwischendurch und das trifft es echt gut! Es ist ein kleines lockeres Kartenspiel, bei dem man Runde für Runde spielt und dabei vergeht einfach die Zeit. Die Regeln sind gut greifbar und es macht echt Spaß muss ich ehrlich zugeben! Zumal es einen gut abholt und das Prinzip der Fast Forward Spiele schön verdeutlicht. Wir spielen munter unsere Karten oder ziehen nach, versuchen die Summe von 15 nicht zu überschreiten und so plätschert es vor sich hin. Die Regeln ändern sich im Laufe des Spiels nach und nach ohne es wirklich schwerer oder komplexer zu machen. Es kann durchaus sein, dass eine temporäre Sonderregel einem plötzlich beim Gewinnen hilft, obwohl man glaubte verloren zu haben – oder umgekehrt.

 

Es spielt sich einfach schön und rund und ist ein prädestinierter Absacker oder aber auch ein schönes Spiel für die Kaffeepause bei der Arbeit um den Kopf zu lüften. Wir hatten in verschiedenen Runden mit 3 bis 5 Spieler immer viel Spaß und können das Spiel empfehlen, wenn man ein „etwas anderes“ Kartenspiel sucht. Gerade auch die Spieleranzahl bis 5 Spieler hat seinen Vorteil, da viele Spiele (leider) nur zu 4 spiel bar sind.

Ich wollte eigentlich kein seichtes Kartenspiel und auch kein kooperatives Spiel, also hätte ich eigentlich zu Festung gegriffen. Was aber wäre passiert wenn das so gekommen wäre? 
Ich hätte vermutlich Flucht und Furcht nicht mehr angeschaut, denn Festung war eine absolute Enttäuschung und das lässt sich (zumindest für mich und meine Mitspieler) auch nicht beschönigen! Dieses Set Collection / Mehrheiten / Punkte Spiel wirkt einfach ein wenig willkürlich und nicht besonders intuitiv. Der Schwierigkeitsgrad ist deutlich höher als bei Furcht und intuitiv lässt es sich bei weitem nicht spielen! Was bleibt als Meinung nachdem wir gefühlt 10 mal angefangen haben, egal ob mit 2, 3 oder 4 Spieler? Das dieses Spiel wohl für immer einen einsamen Regalplatz innehaben wird oder sich ein neues Zuhause suchen muss, denn es konnte uns einfach nicht mal ansatzweise überzeugen. Also wer es unbedingt mal anschauen möchte dem kann ich gern mein Exemplar zur Verfügung stellen.

Den Abschluss der Fast Forward Reihe bildet Flucht, ein kooperatives rätsellastiges Puzzlespiel? 
Es fällt mir schwer die richtigen Worte für die Beschreibung dieses Spiels zu finden, denn es ist was es ist… vielleicht sogar ein Hauch von Optimierungsspiel…?
Wir flüchten vor dem Monster, soweit so gut. Das ganze erinnert ein wenig an ein Logikpuzzle, alle Karten liegen offen und es ist gerade egal ob Solitär oder zu viert, denn es kommt immer das gleiche dabei heraus, man versucht krampfhaft einen Weg zu finden nicht zu verlieren. Aber wie?
Die Regeln sind hier doch schon etwas umfangreicher und man muss einiges lesen, kurz spielen geht also nicht, unterbrechen eigentlich nur wenn man verliert oder zwischen den einzelnen Kapiteln. Wie lange das Spiel dann tatsächlich dauert könnt ihr auch unserem Let’s Play entnehmen, denn wir haben Kapitel 1 und Kapitel 2 vor der Kamera für euch gespielt.

 

 

Wenn man so schaut, dass einige Fragen unter unseren Videos aufgetaucht sind oder vermeintliche Fehler, dann zeigt das, dass die Regeln nicht ganz so „geradlinig“ sind wie die Reihe der Fast Forward Spiele eigentlich vermittelt. Auch, dass sich wohl bei vielen Spielern einige kleine Fehler eingeschlichen haben (siehe diverser Youtube Videos) verdeutlicht das sehr! 
Und so bin ich auch sehr unentschlossen, was ich von Flucht halten soll. Der Anreiz das Spiel „zu besiegen“ und es erfolgreich zu meistern ist durchaus da. Auch der Ehrgeiz ist geweckt, aber es zieht dann doch nicht so sehr, wie z.B. ein EXIT Spiel. Eigentlich könnte man das teilweise sogar echt sinnig vergleichen, denn die Parallelen sind durchaus vorhanden. Aber darauf möchte ich nicht eingehen. 
Wer auf Logikrätsen, Kartenpuzzles und Knobeleien in geselliger Runde steht, der könnte durchaus seine Freude haben mit FLUCHT. Für alle Anderen die es eher kürzer mögen kann ich eher FURCHT mit gutem Gewissen empfehlen.

Abschließend kann man sagen, dass das Konzept der Fast Forward Spiele gut gemeint ist und auch eine interessante Variante, ggf. Gelegenheitsspieler oder Nichtspieler besser an den Tisch zu bekommen, denn viele mögen es einfach nicht, wenn man 20 Minuten oder sogar noch länger erst einmal Regeln erklärt. Es soll kurz und knackig sein, das Spiel soll direkt losgehen und das klappt bei Furcht sehr gut, bei Festung nur bedingt und bei Flucht aufgrund der vielen Texte und langen Überlegungen eigentlich eher gar nicht.