Brettspiel-Apps: Armello

Zuletzt habe ich an dieser Stelle über Lost Cities und Brass geschrieben, also Brettspiele, die tatsächlich auch als solche in der „analogen Welt“ existieren.

Die Frage, ob man das nächste Spiel, mit dem ich mich beschäftige, tatsächlich als Brettspiel bezeichnen kann, könnte Inhalt einer philosophischen Abhandlung sein. Diese Richtung möchte ich in diesem Beitrag jedoch nicht weiter vertiefen.

 

Stattdessen möchte ich Euch kurz das Spiel beschreiben.

Die Hintergrundgeschichte von Armello ist schnell erzählt. Der König des Fabelreiches Armello, der die verschiedenen Klans vereint hat, ist von einer mysteriösen dunklen Macht, der Fäule, befallen und geht seinem Ende entgegen. Die Anführer vierer Klans versuchen den Niedergang des Reiches zu verhindern und der neue König zu werden.

Das Hauptmenü

Es gibt dabei vier Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen:
– Man erschlägt den König und tritt an seine Stelle, wobei sich dieser Sieg abhängig davon, ob die eigene Fäule die des Königs überschreitet in den Kampfsieg und den Fäulesieg unterteilt.
– Man hat das höchste ansehen, wenn der König stirbt
– Man sammelt vier Geiststeine und verbannt den von der Fäule gefallenen König

Im Zuge des Spiels bewegen sich die Anführer der verschiedenen Klans auf dem Spielbrett, dass letzten Endes die einzige wirkliche Rechtfertigung dafür ist, dieses Spiel hier zu behandeln. Nacheinander hat jeder Anführer drei Aktionspunkte mit denen er sich über das Spielbrett bewegen kann. Dabei geht es darum Aufgaben zu erfüllen, die dem Anführer Boni auf seine Charakterwerte und Ansehen einbringen. Ein anderer Weg, Ansehen zu erlangen ist, Die Anführer der anderen Klans niederzustrecken.

Aufgaben werden dadurch erfüllt, dass man an einen bestimmten Platz auf dem Spielfeld läuft. Dort angekommen kann noch gewählt werden, ob man noch ein Risiko entsprechend der Charakterwerte des eigenen Anführers eingehen möchte, um einen Bonus zu erhalten.

Der Kampf zwischen zwei Anführern wird im Endeffekt einfach ausgewürfelt. Mehr Kampfstärke bedeuten dabei schlicht mehr Würfel.

In dieser Ansicht werden Kämpfe ausgetragen und verschiedene Prüfungen ausgewürfelt

Zusätzliche Möglichkeiten, seinen Charakter zu verstärken, seine Gegner zu piesacken oder einmalige Vorteile zu erlangen, ergeben sich durch drei verschiedene Kartenstapel, aus von denen zu Beginn der Runde auf die maximale Handkartenzahl eines Anführers aufgezogen werden kann.

Zu guter Letzt hetzt der König den Anführern der Klans noch Herausforderungen auf den Hals, die zu bestehen bestimmte Würfelergebnisse erfordert.

Das Spiel an sich hätte man wahrscheinlich recht einfach auch als Brettspiel umsetzen können. Dabei wäre jedoch sehr wahrscheinlich eine seiner größten Stärken verloren gegangen: Die wunderschöne Gestaltung. Außerdem wäre dann wahrscheinlich ein gerütteltmaß an Rechnerei nötig um einige Aspekte des Spiels zu realisieren.

Am Ende des Spiels kann man, neben Sieg oder Niederlage, noch verschiedene Auszeichnungen erhalten.

Die Grafik des Spiels ist wunderschön. Die Gestaltung der einzelnen Charaktere ist sehr gelungen. Überall auf der Karte blitzt und blinkt es, ohne, dass das Spiel einen dadurch erschlägt. Die Bedienung funktioniert gut und ist ziemlich intuitiv. Ein hervorragendes Tutorial nimmt einen an der Hand und erklärt Schritt für Schritt die nötigen Regeln, um das Spiel verstehen und spielen zu können.

Auch transportiert das Spiel die Geschichte des immer weiter in den Wahnsinn abdriftenden Königs sehr gut.

Ich bin mir sicher, dass das Spiel einigen in unserer Spielegruppe sehr viel Spaß bringen würde.

Mein größtes Problem mit dem Spiel ist der Glücksfaktor, der mir etwas zu hoch ist. Früher oder später ist man bei Armello dem Schicksal in Form meines größten Feindes und Alptraums (zumindest im Reich der Brettspiele) ausgeliefert: WÜRFELN! Ich hasse Würfel…

Es besteht jedoch die Möglichkeit, diese Abhängigkeit zumindest ein wenig zu umgehen. Zunächst kann bei den Aufgaben, die es zu erledigen gilt, immer zwischen dreien gewählt werden. Jede davon erhöht bei ihrer Erfüllung einen anderen Charakterwert. So kann man seinen Anführer auf die vor ihm liegenden Aufgaben vorbereiten. Dann stehen im Kampf oder für die Herausforderungen mehr Würfel zur Verfügung und die Wahrscheinlichkeit des Erfolges steigt.

Als Fazit kann gesagt werden:
Wenn man nicht so eine ausgeprägte Aversion gegen Würfel hat, wie ich, dann ist Armello ein wunderschön gestaltetes, einfach zugängliches Abenteuerspiel mit viel Atmosphäre. Die Bedienung funktioniert auch auf kleinen Bildschirmen, wie dem meines iPhones, sehr gut.

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